grauerfilz

kann ich heute viel und ausgiebig berichten; in den letzten zwei Tagen habe ich unglaublich viel Zeit und Material geopfert. Eine Niederlage nach der anderen reihten sich aneinander. Unglaublich! So viele Mißerfolge und Pannen hatte ich in all den Filzjahren nicht. Zuletzt verarbeitete ich eine  andere Wolle als gewöhnlich. Nach langem Walken riss der Filz einfach auseinander. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Ist die Wolle für  gewöhnlich erst ein mal geschlossen und es hat sich ein weicher Filz gebildet verdichtet sich unter dem Walken das Metreial weiter. Risse in dieser Phase kenne ich nicht. Die Wolle fühlt sich ein wenig an wie Glaswolle, und so reißt sie auch. Die eingearbeitete Seide ist grau verfärbt und vom ursprünglichen Dunkelgrau ist nur noch ein müder Rest übrig. Noch dazu mit leichtem Anflug an Flieder. So war ich also stakt bedient nach dem ich mehrere Stunden stampfend und walkend in meiner Badewanne zugebracht habe mit einem Nullergebnis. Ach ja, das sind so die Momente wo ich gerne alles niederlegen möchte. Ich entschied trotz dringendem Bedürfnis nicht zu verzweifeln und meine Materialforschung weiter zu betreiben. Nur bei Niederlagen suchen wir gründlich in der Materie und entwickeln uns weiter. Bei Erfolgen ist eine solche Auseinandersetzung unnötig. Aber es ist ein mühsamer Prozess finde ich! Neben Muskelkater, einem angegriffenen Selbstbewusstsein ist nun auch meine Hand vom vielen Walken fast durchgescheuert. Und dennoch, ich steh schon wieder in der Werkstatt und werde unermüdlich weitere Geheimnisse lüften. Die seltsame Wolle geht an den Lieferanten zurück und neue Wolle ist schon bestellt. Ich wünsch Euch allen eine gute Woche!